Tuspo Weende hofft auf den Hambüchen-Effekt

Dank der Erfolge von Reckweltmeister Fabian Hambüchen ist die bisherige Randsport Gerätturnen in Deutschland auf dem Vormarsch. Ein Trend, der auch am ersten Wettkampftag des Tuspo Weende in der Landesliga zu spüren war, bei dem die Hausherren Vierter wurden.

Andere Sportarten haben es vorgemacht: Mit einem starken medialen Zugpferd können auch vermeintlich unattraktive Sportarten die Massen begeistern. Boris Becker brachte das als elitär verschrieene Tennis einem großen Publikum nah, und Michael Schumacher begeisterte Millionen Fans vor dem Bildschirm für die Formel 1. Ähnliches könnte dem Turnen durch die Erfolge von Fabian Hambüchen bevorstehen.

„Wir merken ganz klar, dass das Interesse im Vergleich zu den letzten Jahren gestiegen ist“, zeigte sich Tuspo-Teamchef Sven Dannehl zum Auftakt der Landesliga-Saison in der Weender Sporthalle erfreut über diese Entwicklung. „Noch zeigt sich der Hambüchen-Effekt aber hauptsächlich in der öffentlichen Wahrnehmung. Vereinzelt kommen aber auch schon mehr Kinder in unser Training. Die Eltern erkennen den Wert des Turnens als Basissportart“, ergänzte Christoph Hannig, Moderator der Veranstaltung, und fügte hinzu: „Durch die hohen technischen Anforderungen im Turnen stellen sich die Erfolge erst relativ spät ein. An einem Wettkampf kann man erst nach fünf bis sieben Jahren regelmäßigem Training teilnehmen. Das erschwert den Einstieg.“

Das Ergebnis einer intensiven Vorbereitung präsentierten in der Weender Sporthalle die Athleten rund 100 Zuschauern und boten dabei teilweise hochklassige Leistungen. Alle sechs Mannschafen der Landesliga traten gleichzeitig gegeneinander an. Verzichten muss der Tuspo Weende in dieser Saison auf Top-Turner Markus Mielke: Der 23-Jährige turnt in der zweiten Bundesliga beim KTV Obere Lahn. Aber auch ohne Mielke wäre dem Gastgeber am ersten Wettkampftag beinahe der Sieg gelungen.

Schwächen am Seitpferd

Jedoch verhinderte die Schwäche am Seitpferd ein besseres Resultat für die Nordstädter. An allen anderen Geräten lagen die Weender im Durchschnitt vorn. Schafft es das Team um Sven Dannehl in den kommenden Wettkämpfen, die Schwäche am Seitpferd zu beheben, dürfte ein Platz unten den ersten Drei möglich sein. Aufgrund der konstantesten Leistungen an allen Geräten hieß das Siegerteam zum Schluss TG Vinnhorst-Holzminden.

Ein kleines bisschen vom Hambüchen-Effekt konnte man dann aber auch noch finden in der Weender Halle: Der erst 13-jährige Denis Miller demonstrierte den Zuschauern, was man mit beharrlichem Training und Talent erreichen kann. Mit starken Auftritten an den Ringen und am Boden sicherte sich das Talent vom TSV Ehmen Platz zwei in der Gesamtwertung und erntete bei seinen Übungen Applaus von allen Seiten. Für den Leistungssport bringt das Mitglied des Bundes-C-Kaders aber auch einige Opfer: „Ich trainiere fünfmal in der Woche, da bleibt nicht mehr viel Freizeit übrig“, erklärte Miller zwischen den Wettkämpfen. Auf die Frage nach seinem Vorbild muss er dann nicht lange nachdenken: „Fabian Hambüchen.“

Platzierung nach dem 1. Wettkampftag: 1. TG Vinnhorst/ Holzminden 200,20 Punkte; 2. TG Oker/ Salzgitter195,55; 3. USC Braunschweig 195,0; 4. Tuspo Weende 194,20; 5. VT Rinteln 187,05; 6. TSV Ehmen 174,45.

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