Sensationeller Sieg der 1. Damenmannschaft

(BG) Nach zweieinhalb Jahren musste Eiche Horn eine Heimniederlage hinnehmen. Das Rogalski-Team hat in 100 Minuten die Sensation perfekt gemacht. Die scheinbar unbesiegbare Bremer Meistermannschaft von Trainer Gert Stürmer wurde in einem durchweg kampfbetonten Spiel 3:2 besiegt

Einlaufen „Die Eiche ist gefallen!“ – Der stolze Jubel der Weender Mädels war noch lange zu hören. Seit 2 1/2 Jahren hat Bremen zu Hause nicht mehr verloren. Mental sehr gut vorbereitet, fuhren die Weender Mädels nach Bremen. „Wir haben nichts zu verlieren! – Gebt alles! – Kämpft Punkt für Punkt immer wieder neu!“ Dies war die unnachlässige Aufforderung von Trainer Frank Rogalski. – Und genau dies haben die Mädels präzise umgesetzt. Sie ließen sich nicht im Ansatz einschüchtern. Die beiden zurückliegenden Spiele waren vergessen.

Punkt für Punkt gleichauf startete der erste Satz. Ab dem 9:9 baute Bremen eine ganz leichte Führung aus. Von 13:14 bis 13:17 folgte eine sehr starke Bremer Angriffsserie. Auszeit Weende. Rogalski musste seine Mannschaft auf die stark angreifende Anke Eyink im Außenangriff einstellen. Genauestens haben die Mädels in den 30 Sekunden aufgepasst und konnten mit einem kampfstarken Spiel gleich zwei Punkte holen. Die Feldverteidigung der Bremerinnen ließ keine Wattebäuschen zu, es musste einfach knallhart angegriffen werden. Bei 20:22 schien noch alles möglich, aber die Routine der Bremerinnen sorgte für ein 20:25 in diesem ersten Durchgang. Die fünf mitgereisten und lautstarken Fans spürten genauso wie die Mannschaft, dass es noch spannend wird, wenn…

Auch der Beginn des zweiten Satzes wieder kampfstark – 3:3. Beiden Seiten wollten in der vereinseigenen Horner Halle nicht nachgeben. Ab dem 5:4 übernahm Weende die Führung und gab diese auch bis zum Satzende (25:22) nicht mehr ab. Auf dem Weg dahin gab es Phasen einer eindeutigen Führung mit 22:14 (!) durch starke Außenangriffe der wieder genesenen Claudia Rausch, die wider Erwarten mit nach Bremen reisen konnte. Wieder war es die Bremerin Eyink, die nicht nachlassen wollte und ihr Team Punkt für Punkt voran brachte. Das Herzklopfen bei den Weender Zuschauern wurde immer größer als es dann 23:21 stand. Die ca. 40 Bremer Zuschauer beobachteten den Satz mit norddeutscher Unterkühlung, in dem Wissen, dass wohl schon nichts schief geht. Mit einem präzisen Block konnte dann Yvonne Türpitz den letzten Bremer Angriff abblocken. Der Satz ging auf das Weender Konto.

Im dritten Durchgang dann gleich wieder eine schnelle Weender Führung mit einem tollen Kampfspiel auf beiden Seiten. Erst 5:5 Gleichstand und dann eiskalt erwischt stand es 5:8 für Bremen. Rogalski griff zur Auszeit und mit drei beherzten starken Angriffen von Annabelle Arlt, Claudia Rausch und Berit Düvell kam Weende wieder auf 10:11 heran. Nach Annahmeproblemen blieb Weende bei 11:17 nur noch die zweite Auszeit. Keine Besserung und Eiche hatte sich mit 15:24 abgesetzt. Nach diversen Eigenfehlern beim Stürmer-Team kam Weende zum Schluss noch auf 20 Punkte heran. Mit 20:25 stand es nun 2:1 für Bremen.

4.Satz, gleicher Start. Kampf auf beiden Seiten. 6:6 Gleichstand. Plötzlich Annahmeschwächen bei den Hornerinnen und starke Angriffe bei Weende. 11:7, Eiche Horn wacht auf und lässt keinen Ball mehr auf den Hallenboden. Auch die norddeutschen Fans tauen auf und geben ihren Volleyballerinnen einen Ablaus. Rogalski kann das starke Bremer Team nur durch eine geschickte Auszeit bei 15:11 bremsen. Über 16:12 bis zum 18:16 kracht es nur so in der Bremer Vorstadthalle. Jeder Aufbau wird auf beiden Seiten mit sehenswerten Angriffen abgeschlossen. Weende dürfte in dieser Phase die bisher stärkste Leistung in Abwehr und Angriff gezeigt haben. Jede (!) Spielerin ließ sich von dem Niveau mitziehen. Zum Schluss stand es 2:2 und der Tiebreak sollte entscheiden.

Alle Mädels waren hell wach und konditionell nicht im Ansatz angeschlagen. Mit gezielten Angaben brachte Annabelle Arlt Weende in eine gewollte schnelle 4:0 Führung. Weendes Fans standen und gaben mit ihrem Team alles. Die Stationen 5:2, 6:3, 8:4 – Seitenwechsel! Bei 10:4 Auszeit vom sichtlich nervösen Gert Stürmer. 11:5, 11:7 und bei 12:9 ein Angriff über die Mitte von Tinka Rinka, der es in sich hatte – schnell, hart und ohne Gegenblock. Katha Schulz hatte in einem kurzen Pass der Weender Hauptangreiferin den Ball direkt in die Angriffshand gespielt. Diverse Eigenfehler brachten die Bremerinnen jetzt in Bedrängnis. Bei 14:11 machte es Claudia Rausch noch einmal spannend und zog einen toll ausgesprungenen Außenangriff neben die Seitenlinie. Ihre „Wiedergutmachung“ folgte aber umgehend – das Spiel war gewonnen, die Sensation perfekt. Glückwunsch an das gesamte Weender Team! Das gibt Hoffnung für die Heimbegegnung am 19.12. gegen TSG Westerstede. – Anpfiff 19.30 Uhr.

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