Rudel auf Abschiedstour

Nach großen Fight - das Weender Rudel geht trotz 3:2 Niederlage gegen den Stadtrivalen ASC Göttingen erhobenen Hauptes vom Spielfeld zurück in Richtung Verbandsliga. Dabei bewiesen sie abermals in dieser Saison, dass sie durchaus in die Oberliga gehören. Erst nach einer ausgiebigen Stärkung am Frühstücksbuffet reiste die 1. Herrenmannschaft des Tuspo Weende zum „Auswärtsspieltag“ in die MPG Halle nach Göttingen. Tatsächlich war es die längste Anreise, da kein Bus zur Verfügung stand und stattdessen ein Bollerwagen als Reisegefährt dienen musste. Ausgerüstet mit Bier und Beschallung ließ man sich auch von Gegendemonstrationen nicht beirren und fand nach knapp drei Stunden den Weg in die heiligen Hallen des ASC.

Für beide Mannschaften ging es um nichts geringeres als die Ehre. Der ASC II war bereits auf einem sicheren Mittelfeldplatz und für das Weender Rudel stand der Abstieg leider schon fest. Gute Bedingungen also, um befreit und ohne anderweitigen Druck die Derbyrevanche in Angriff zu nehmen. Im der ersten Partie des Tages machte der ASC auch ohne ihre etatmäßigen Zuspieler eine gute Figur und besiegte den Tabellenzweiten VSG Hannover recht deutlich mit 3:1. Das Rudel war also abermals gewarnt, dass es kein leichtes Spiel werden würde.

Vor einer tollen Zuschauerkulisse und noch mit Helene im Ohr startete das Rudel etwas nervös in das Spiel. Schnell sah es so aus, als würde der ASC in eigener Halle einen einfachen Sieg einfahren können. Doch zu Mitte des Satzes legten die Weender alle Scheu und jeglichen Respekt ab und besannen sich auf ihr eigenes Spiel: einen konstanten Block setzen und Gummiwand spielen. So bekam man den ASC doch noch in den Griff und zeigte deutlich, dass man nicht bereit war sich einfach geschlagen zu geben. So kämpften sich die Wölfe nach einem 5-Punkte-Rückstand wieder heran und zwangen die Gastgeber sogar in eine kurze Satzverlängerung. 26:24 für den ASC im ersten Satz, aber für das Spiel noch alles offen.

Das merkte im zweiten Satz auch schnell der ASC, in dem die selbsternannten „Rudelbumser“ unter gehörigen Potenzproblemen litten. Denn jetzt wurden auch Weendes Angreifer immer mutiger und wussten den hohen Block des Gegners geschickt zu nutzen. Punkt ist Punkt und des Gegners Finger waren wund. Ein offener Schlagabtausch beider Mannschaften, in dem die Weender mehr abwehrten und so ihren konstanten Vorsprung im gesamten Satz zu einem 25:20 Erfolg verwandelten.

Nun waren auch die Gegner gewarnt und um eine peinliche Niederlage im Derby abzuwenden musste die 1. Sechs her. Doch auch diese hatte Probleme gegen das immer selbstbewusster werdende Rudel. Einen Spieler hervorzuheben wäre falsch, da es eine geschlossene Mannschaftsleistung war, die auch im dritten Satz Volleyball auf Oberliganiveau zeigte. Der Spielverlauf war wiederum denkbar knapp, dieses Mal allerdings mit dem besseren Ende für den ASC, der sich zu einem 25:23 retten konnte.

Zuspielerwechsel bei beiden Mannschaften veränderten das Spiel zwar taktisch leicht, bewirkten aber keinen Bruch des bisherigen Spielverlaufs. Immernoch war jeder Ball hart umkämpft und führte zu spektakulären Ballwechseln, die vom fachkundigen Publikum entsprechend honoriert wurden. Die Weender Fans pushten ihre Mannschaft hervorragend und durften abermals den 25:20 Satzausgleich bejubeln. Ein Punkt war bereits gestohlen, aber würde der große Coup gelingen?

Im entscheidenden Satz erwischten die Wölfe einen schlechten Start. Der ASC konnte mit drei Punkten davonziehen und hielt diesen Vorsprung auch zum Seitenwechsel. Einigen Spielern war der lange Fußmarsch zur Halle sichtlich anzumerken, der sich in Form von schweren Beinen bemerkbar machte. Am Ende fehlte vielleicht auch nur das ein oder andere Mal das Quäntchen Glück, das man schon über die gesamte Saison vermisste. 15:10 und somit ein 3:2 Satzerfolg für die Gastgeber, die offensichtlich nicht mit so viel Gegenwehr des Oberligaabsteigers gerechnet hatten und sich des durchaus glücklichen Sieges bewusst waren.

Ein dennoch versöhnlicher Abschluss für beide Mannschaften, die beide darauf hoffen, dass es nach einer Saison Verbandsliga für die Wölfe wieder zum Derby kommen wird.

Wir bedanken uns bei allen Fans, Zuschauern, Mannschaften, Unterstützern und Verantwortlichen für die Möglichkeit Erfahrung in der Oberliga sammeln zu dürfen und hoffen auf eine baldige Rückkehr.

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