Rekordfahrt mit kleinen Hindernissen

Ganz so schnell wie Jens Voigt bei seinem Stunden-Weltrekord vor zwei Wochen waren sie zwar nicht. Wirklich rasant ging es aber auch im Tuspo-Team beim Vierer-Mannschaftszeitfahren nördlich von Hannover zu: Beim Rennen rund um den Brelinger Berg belegten die Blau-Weißen in der Besetzung Kai-Henrik Günther, Frieder Uflacker, Georg Reiter und Jan Jannsen nach 51 Kilometern souverän den ersten Platz unter mehr als 40 Teams. Mit seiner Zielzeit von 1:04:42 Stunden unterbot das Tuspo-Quartett zudem den Streckenrekord von TuS Schwarz Weiß Enzen aus dem Jahr 2009 um mehr als anderthalb Minuten.

Dass die Tusporaner ein paar Stundenkilometer langsamer unterwegs waren als Voigt (der bei seiner Rekordfahrt bekanntermaßen die 51 Kilometer in einer Stunde zurücklegt hatte), lag – zwar nicht nur, aber auch – an den Rahmenbedingungen: Denn während der Profifahrer auf dem Velodrom im schweizerischen Grenchen perfekte Bedingungen vorfand, fuhren die Tusporaner auf einer Strecke, die durchaus Schwierigkeiten mit sich brachte. Während Frieder Uflacker beispielsweise auf „zwei Zieher zum Entsaften der Beine“ verweist, erklärt Jan Jannsen: „Wir hatten es in fast jeder der engen Kurven mit zu überholenden Mannschaften zu tun. In dem Moment überholen dann vier Mann vier andere, während sie sich alle am Anschlag befinden.“ Doch nicht nur in den Kurven ging es bei bestem Radsportwetter mitunter brisant zu. Auch ein Erntetraktor musste auf dem weitestgehend flachen Kurs überholt werden.

SymbolbildBränzlig war im Übrigen bereits der Auftakt gewesen: „Wir wären fast zu spät zum Start gekommen“, erklärt Frieder, „aber waren schlussendlich eben gerade noch rechtzeitig da. Zum Glück haben wir uns davon fast gar nicht stressen lassen.“ Ob wohl der kleine Adrenalinschub des fast verpassten Starts dafür verantwortlich war, dass die Tusporaner loslegten wie die Feuerwehr? Zumindest war die erste Runde eindeutig die schnellste. Wobei es bei der Rekordfahrt von Jens Voigt doch ganz ähnlich gewesen war: In der ersten Viertelstunde war er deutlich schneller gefahren als danach, um sich – wie er selbst erklärte – „ein Polster herauszufahren“.

Trotz der Hindernisse waren die Tuspos schließlich natürlich überaus zufrieden mit ihrer Leistung. Zumal sie nicht nur den Streckenrekord brechen konnten, sondern auch den Rundenrekord: 21:18 Minuten benötigten die Blau-Weißen für die ersten 17 Kilometer. Die folgenden Runden waren mit 21:46 Minuten und 21:37 etwas langsamer.

Als Schlüssel zu dem überzeugenden Erfolg nennen Jan wie auch Frieder drei Faktoren: die richtige Krafteinteilung, die Teamchemie sowie die Vorbereitung auf das Event: „Es geht natürlich darum, eine möglichst gleichmäßige Pace zu fahren und vor allem nicht gleich am Anfang das Pulver zu verschießen“, erklärt Jan – und schiebt hinterher: „Bei uns konnte sich zum Glück jeder so einbringen, dass er zwar an, nicht aber über seine Grenzen ging.“ Tatsächlich seien die vier Fahrer „erst auf dem Zielstrich von Krämpfen geplagt worden“.

Ergebnis Vierer-Zeitfahren
Das Ergebnis des Vierer-Mannshaftszeitfahrens

Frieder hob den „tollen Teamgeist mit sehr gutem Timing und klarer Kommunikation bei den Führungswechseln“ hervor. Es habe sich ausgezahlt, dass drei Trainingseinheiten zur Vorbereitung auf das Event stattgefunden hatten. „Es war wirklich wichtig, dies getan zu haben“, bilanziert Frieder.

Wenngleich das Quartett mit der Durchschnittsgeschwindigkeit von 47,3 Km/h einige Stundenkilometer langsamer war als Jens Voigt bei seinem Stundenweltrekord, haben die Tusporaner allen Grund dazu, stolz auf ihre Leistung zu sein. Zumal sie gegenüber Voigt einen großen Vorteil auf ihrer Seite haben: Denn während der 43-Jährige nach seinem Stundenweltrekord verlauten ließ, dass seine ambitionierte Karriere endgültig beendet sei, können die Tusporaner ja im kommenden Jahr versuchen, ihren eigenen Rekord zu brechen…

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(
Fotos sind Symbolbilder.)

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