Jugendgruppe 2 als Präsentationsgruppe des Landes Niedersachsen

Der Freistaat Thüringen richtet in diesem Jahr die zentralen Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit am 02. und 03. Oktober in der Landeshauptstadt Erfurt aus. Aus diesem Grund hat Thüringen die Bundesländer gebeten, sich auf einer so genannten Ländermeile, die auf dem Domplatz errichtet wird, zu präsentieren.

Der Landessportbund Niedersachsen wird in seinem Zelt ein einstündiges Showprogramm zusammenstellen, welches in der Zeit zwischen 9.00 Uhr und 18.00 Uhr viermal abgefahren wird. Wir freuen uns natürlich riesig, dass im Bereich Jazzdance die Wahl auf uns gefallen ist. Das bedeutet natürlich acht Auftritte mit eventuell mehreren Tänzen innerhalb dieser zwei Tage.

Ich glaube, ein Konditions-trainingswochenende in Vorbereitung auf dieses Event, wäre in Erwägung zu ziehen, vielleicht ein Trainingslager in den Alpen? Aber ich denke aus zeitlichen Gründen werden wir mit unserem Kunstturnzentrum Vorlieb nehmen. Da ist es außerdem auch viel gemütlicher.

In der letzten Zeit hatten wir ja auch viele Möglichkeiten um Auftrittserfahrungen zu sammeln, teilweise unter schwierigen Bedingungen. Da fällt mir z.B. der AbiBall des FKG ein. Am 27. Juni gestalteten unsere Kindergruppe und Jugendgruppe 2 das Showprogramm dieser Festlichkeit. In der nachmittäglichen Aufstellprobe – wir wollten schließlich gut vorbereitet sein – hatten wir schon mit der Beschaffenheit des Fußbodens zu kämpfen. Zahlreiche Splitter hatten sich in die Füße und den „Allerwertesten“ gebohrt. Nach dem Motto „Ein Indianer bzw. Tänzer kennt keinen Schmerz“, zogen wir zum späten Abend unseren Auftritt mit Bravour durch. Wir wurden mit liebevoll eingepackten Präsenten plus Blumen belohnt und unsere „Kleinen“ kamen wieder einmal viel zu spät ins Bett. Danke noch einmal für das Verständnis unserer wirklich tollen Eltern, die immer sehr engagiert sind, vor allem bei unseren doch manchmal recht spontanen Auftritten.

Der etwas Chaosgeprägte Auftritt am 03. Juli zur „Nacht der Kultur“ wird uns auch in Erinnerung bleiben. Alle drei Jazztanzgruppen standen wie immer überpünktlich auf der Matte bzw. auf den Stufen des Gänseliesel-Brunnen. Und das war auch gut so. Dieser Auftritt auf der Marktplatzbühne war vertraglich abgesichert und ich bekomme so langsam das Gefühl, dass oft nur wir uns an die vertraglichen Bedingungen halten. Das Desaster ging schon beim Umziehen los. Es wurde uns ein großzügiger Raum im Alten Rathaus zugesichert, dort wusste natürlich keiner etwas davon. Unsere 30 Mädchen wollten sich auch ungern auf die Innenstadttoiletten verteilen, da zwischen den Tänzern auch immer nur wenige Minuten zum Kostümwechsel zur Verfügung stehen. Nach einem doch sehr energischem Gespräch mit dem ja eigentlich unschuldigen Hausmeister („Ich brauche innerhalb der nächsten 60 Sekunden eine Umkleidemöglichkeit für 30 Personen“ mit Lautstärke 10 durch das Handy gebrüllt), bekamen wir, unter sehr misstrauischen Blicken des Personals, den Vorraum des Standesamtes. „Wunderbar“, dachten wir und schlüpften schnell in die Kostüme. Geschminkt wurde natürlich zeitgleich zum Aufwärmen. Sitzend im Spagat ein bisschen Lipgloss da, ein bisschen Rouge hier und los ging’s im Laufschritt zur Bühne. Wir trauten nun unseren Augen nicht. Angetreten, in extra großen Formationen, mussten wir feststellen, dass die uns zugesicherte Auftrittsfläche von 8 x 10 Meter doch erheblich kleiner war. Da standen riesige Monitorboxen (aus denen eh nix rauskam), Keyboard und die Stühle des nach uns auftretenden Sinfonieorchesters Göttingen. Unter dem Schweiße meines Angesichts habe ich versucht, noch ein bis zwei Meter herauszuschinden. Zehn Sekunden vor Auftrittsbeginn teilte mir der Veranstalter mit, dass unser Programm gekürzt werden müsse. Man könne ja 1 – 2 Tänze weglassen, damit das Orchester sich in Ruhe vorbereiten könne. Mein Adrenalinspiegel stieg an und meine Sicherungen (im Kopf) gaben ernstzunehmende Signale an mich. Bemüht um

Freundlichkeit sagte ich: „Wir tanzen so schnell es eben geht, und vielleicht ein bisschen schneller als sonst“. Ich hatte natürlich nicht im Geringsten vor, irgendeinen Tanz weg zulassen, vielleicht noch auf Kosten der Kinder. die so fleißig am Wochenende, außerhalb der üblichen Trainingszeiten, geübt haben. Meine Moderation fiel etwas kürzer aus und der Sprint der Mädchen über die Treppen des Rathauses war etwas schärfer. Der Wettergott war uns gnädig. Der letzte Paukenschlag unserer Musik wurde durch den Donnerschlag des ausbrechenden Gewitters verstärkt und die zahlreichen Besucher sprangen von den Sitzen, um Schutz vor dem niederprasselnden Regen zu suchen. Großes Pech für unsere .Mittleren. Denn sie hatten sich an diesem Tage für einen weiteren Auftritt zum Freibadfest in Weende verpflichtet. Auf pitschnassem Untergrund und unter den Augen des äußerst zufriedenen Geschäftsführer der Göttinger Sport und Freizeit GmbH, Herrn Frey, zogen sie auch das durch. Die Begeisterung war so groß, dass wir später noch im Auftrage des Herrn Ortsbürgermeister Mangel eine finanzielle Anerkennung bekamen als Unterstützung der Vereinsarbeit.

Vielen, vielen Dank an die Verwaltungsstelle Weende, wir haben uns ganz doll gefreut. Ein weiteres Beispiel dafür, dass viele unserer Auftritte manchmal etwas leichter aussehen, als sie es sind, sollte der Auftritt am 21. August zur Eröffnung der Stadttombola sein.

Unser Verein bekam ja im letzten Jahr vom Erlös der Stadttombola Spendengelder für die Abteilung Jazz-Tanz und Kunstturnen. Dafür stellvertretend sollten unsere männlichen Kunstturnen und die Tanzgruppe Jugend 2 mit ein paar Showeinlagen nicht nur ein kleines Dankeschön abgeben, sondern natürlich auch das Innenstadt-Publikum heranziehen und damit den Losverkauf ankurbeln, welcher wie jedes Jahr zur Unterstützung verschiedenster Jugend- und Sportgruppen beiträgt. Auch hier musste ich wieder einmal meine Spontanster und mein Einfallsreichtum unter Beweis stellen. Alles wurde selbstverständlich vorher und 100prozentig organisiert (hat man mir jedenfalls so gesagt). Es ging natürlich wieder L machen los. Alles klar? keiner weiß Bescheid. Im alten Rathaus wurde scheinbar niemand informiert. Aber man erkannte mich glücklicherweise wieder (als Frau vom 03. Juli). Wir bekamen den Schlüssel mit den Worten: Ihr kennt euch ja hier aus. Aber jetzt kam der Hammer. Nach der Rede des
Oberbürgermeisters und einem Stück des Jugend Big-Band-Orchesters sollten wir drankommen. Ich eilte zum Techniker, um die CD abzugeben. Der meinte mit verunsicherten Blicken, dass eine Musikanlage nicht auf seinem Vertrag stünde. Ich, hetz, hetz, hetz, zurück zum Veranstalter, weicher mir mit beruhigenden Worten versicherte, dass natürlich ein CD-Player da wäre (steht ja alles im Vertrag). Als ich ihn eines Besseren belehrte, bat er mich, doch schnell einen zu besorgen, da er nicht weg käme und moderieren müsse. Ich, wie eine Rakete zum nächsten Quelle Geschäft, das nächst beste Gerät in die Hand, sämtliche Ausweispapiere auf den Tisch geknallt und mit der Versicherung meinerseits das gute Stück in 20 Minuten wieder zu bringen, schnell raus aus dem Laden. Das war wie im Film und ich war nicht sicher ob ich gerade für einen cleveren Ladendieb gehalten worden bin. Auf der 200-Meter-Strecke zum Veranstaltungsort hab ich
bestimmt den Olympiarekord gebrochen. Wie gut, dass man manchmal noch ein bisschen in der Turnhalle mittrainiert. Aber auch der Techniker hatte sich mächtig ins Zeug gelegt und innerhalb von fünf Minuten bei Karstadt eine Anlage käuflich erworben. Gott sei Dank, die Veranstaltung war gerettet. Die Kunstturner legten schnell die Matten auf den Asphalt und ab ging die Post. Wir hatten uns in der letzten Ferienwoche in der Turnhalle Geismar aufs so genannte Mattentanzen erprobt und nachdem die Kunstturner in einer tollen Bodenübung Ihre durchtrainierten Körper zur Schau stellten (bewundernde Blicke der weibl. Musikerinnen des Big-Band-Orchesters), zog wieder eine Regenfront auf. Der Platz war wieder wie leer gefegt. Massenansturm auf die schützenden Mauern des Sparkassengebäudes. Es goss in Strömen und hörte nicht mehr auf. Schade eigentlich. Da auch die Musiker ihre Instrumente in Sicherheit gebracht hatten, musste auf einen weiteren Ohrenschmaus verzichtet werden.

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