Die Wandergruppe 800 m unter der Erde

Wanderfahrt am 29.10.2005 in das "Erlebnisbergwerk Merkers"

Pünktlich fuhren an diesem Morgen 50 Wanderfreunde und Mitglieder des Tuspo Weende in Richtung Eisenach. Wir wollten das "Erlebnisbergwerk Merkers", ein ehemaliges Kalibergwerk besichtigen. Wir kamen pünktlich gegen 9.3o Uhr in Merkers an, wurden schnell mit der entsprechenden Kleidung und einem Helm versorgt, dann ging es in 93 Sekunden in 500m Tiefe hinab.

Das Erlebnisbergwerk Merkers eröffnet dem Besucher die seltene Möglichkeit, neben der bergmännischen Arbeitswelt und Tradition die Geschichte des Kalibergbaus im 20. Jahrh. sowie die damit verbundenen sozialen und technischen Entwicklungen kennenzulernen. In 500m Tiefe beginnt die Grubenfahrt, sie führt über rund 25km des insgesamt 140 Quadrarkilometer großen Grubenfeldes, begleitet wurden wir von qualifizierten Bergleuten die uns auf 6 Stationen Wissenswertes vermittelten und manchmal auch Anekdoten zum Besten gaben. Die erste Station war der Großbunker der bis 1989 dazu diente, 50000 Tonen Rohsalz zu speichern, bevor es an die Kunden ausgeliefert wurde. Dieser Bunker hat eine Länge von 250m, eine Breite von 22m und eine Höhe von 14m. Die Akustik ist hervorragend. Als nächstes Ziel wurde der „Goldraum“ angefahren. Hier wurde der Gold- und Devisenschatz des 3. Reiches kurzfristig gelagert, bis die Amerikaner ihn am Anfang der Besatzungszeit beschlagnahmten und abtransportierten, ohne das Wissen der Engländer und Russen. Unser Wanderfreund Georg Sprung hat sich noch einige Gedanken zum „Historischen Goldraum“ gemacht. Es lagerten damals 230to Gold in dem besagten Goldraum. Ein Kilo reines Gold hat nach derzeitigem Stand einen ungefähren Wert von 12500 €. Das heißt 230to = 230 000 kg x 12500 € ergibt einen Wert von 2,875 Milliaren €. Es lagerten 18400 Goldbarren in dem Goldraum, wenn man davon ausgeht, daß ein Goldbarren ein Gewicht von 12,5 kg hat. 18400 Goldbarren auf einer Fläche von 1 qm aufgestapelt, würde einen „Goldpfeiler“ von ca. 12m !! Höhe ergeben. Höhepunkt der Befahrung war die Besichtigung der „Kristallgrotte“

in 800m Tiefe, bei einer Temperatur von 30°C. Sie stellt einen weltweit einzigartiges Geotop dar und vermittelt einen Eindruck davon, was alte Sagen und Märchen wohl gemeint haben können, wenn sie von funkelnden Schätzen in der Tiefe des Berges berichten. Nach ca. 2.5 Stunden erreichten wir, immer noch benommen von den gewaltigen Ausmaßen und den Erlebnissen in der Tiefe, dann wieder das Tageslicht. In der ehem. Kantine nahmen wir unser Mittagessen ein, bevor wir dann um 13.3o Uhr wieder in Richtung Eisenach aufbrachen. Wir wollten uns auf der Rückfahrt nach das „Burschenschaftsdenkmal“ anschauen.

Das Denkmal wurde von 1900 bis 1902 erbaut und hat eine Höhe von 33m. Den 2. Weltkrieg hat das Denkmal ohne große Schäden überstanden, dem DDR Regime war es aber ein Dorn im Auge und wurde auch nicht gepflegt. Nach der Wende wurde es renoviert und kam in den Besitz der Deutschen Burschschaft wieder zurück. Von hier oben hatten wir einen herrlichen Blick auf Eisenach und die Wartburg, sowie auf den Thüringer Wald und den „Gr. Inselsberg“. Auf der Rückfahrt legten wir an der Raststätte Eisenach unsere Kaffeepause ein. Es gab selbstgebackenen Kuchen mit Kaffee aus der Kaffeemaschine des Busses. Allen schmeckte es bei herrlichem Herbstwetter und nach den Erlebnissen des heutigen Tages gut. Gegen 17.3o Uhr erreichten wir wieder Weende. Alle Teilnehmer waren zufrieden, denn sie hatten einen schönen erlebnisreichen Tag, bei herrlichem Herbstwetter, genossen.

Hinweis: Genaueres über das Erlebnisbergwerk kann man im Internet unter: www.erlebnisbergwerk.de erfahren, über das Burschenschaftsdenkmal unter: www.burschenschaftsdenmal.de

Dieter Borcher Fachwart Wandern

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